Mit dem Fahrrad Wasser kochen

Mit dem Elektrofahrrad wird ein Wasserkocher bedient.Foto: abh

Die Viertklässler der Grundschule Dahme sitzen im Kunstraum und zerreißen eifrig eine Zeitung in kleine Schnipsel. Später stellen sie daraus neue Papierbögen her. Auch in anderen Klassenräumen findet kein gewohnter Unterricht statt, denn es ist Projekttag. Die Kinder lernen an verschiedenen Stationen alles zum Thema Naturwissenschaften.

"Das Papierschöpfen macht mir am meisten Spaß. Vielleicht male ich später darauf ein Bild", sagt die zehnjährige Michelle. Zusammen mit ihrer Klassenkameradin Alice löst sie die Zeitung im Wasser auf, um den Brei später mit einem Schöpfrahmen wieder zu entnehmen. Auch eine Gärtnerei haben die Viertklässler bereits besucht. "Dort durften wir uns eine Blume aussuchen. Ich habe ein Hornveilchen genommen", erzählt Alice.

Wenige Räume weiter sitzen die neunjährigen Salim und Tyler konzentriert über Stromkabeln und Glühbirnen. "Wir bauen eine Schaltung auf. Ich hoffe, das klappt", sagt Salim und verbindet vorsichtig ein Kabel mit einer Batterie. Wenige Minuten später haben sie Gewissheit: "Die Lampen brennen", freuen sich die Neunjährigen.

Jedes Jahr gibt es in der Grundschule Dahme einen solchen Projekttag. "Für die Kinder ist das toll. Sie können selbst etwas machen und haben ein Erfolgserlebnis, wenn etwas fertig ist", sagt Klassenlehrerin Ute Fischer. Unterstützung für das Strom-Projekt bekommt sie von zwei Zehntklässlern der Otto-Unverdorben-Oberschule. Und auch Firmen und Betriebe aus der Region beteiligen sich an dem Tag. So ist neben der Gärtnerei auch eine Tierärztin vor Ort. Zwei Apothekerinnen zeigen den Mädchen und Jungen, wie sie ihren eigenen Lippenbalsam herstellen können. "Kennengelernt habe ich den Projekttag durch meine Kinder, die auch in Dahme zur Schule gehen. Ich finde die Idee gut, denn die Kinder lernen früh, worauf es in unterschiedlichen Berufen ankommt", sagt Apothekeninhaberin Karin Prietz. Die sechsten Klassen besichtigen außerdem das Werk der Schoepe Display GmbH.

"Die Kinder können Neues ausprobieren und lernen gleichzeitig unterschiedliche Berufe kennen", erklärt Schulleiterin Elke Thier die Idee des Projekttages. Außerdem würden auch Klassen gemischt, sodass der Zusammenhalt gestärkt werde.

So wie in der zweiten Etage der Grundschule. Dort können die Schüler unterschiedliche Geräte zum Thema Licht ausprobieren. Mitgebracht hat sie Jochen Rose vom Urania-Verein. Die jungen Dahmenser testen interessiert mit einer speziellen Brille, wie ein Baby nach der Geburt sehen kann oder lernen, wie mit einer Solarzelle Strom erzeugt wird. Gespannt stehen die Schüler auch um das Elektrofahrrad. Treten die Schüler in die Pedale, beginnt der Wasserkocher zu kochen, das Radio spielt Musik oder die Glühlampen leuchten. Einer nach dem anderen probiert aus, ob er genug Kraft und Ausdauer für diesen Versuch hat. "Wir möchten die Kinder auf Phänomene aufmerksam machen, die uns täglich begegnen", erklärt Jochen Rose. Mit einfachen Mitteln versucht er, den wissenschaftlichen Hintergrund der Experimente verständlich zu erklären. "Außerdem lernen die Schüler, Fragen zu stellen und auf Menschen zuzugehen", sagt der Physiker. Ein Highlight für die Sechstklässler ist die Laser-Show, die er zum Ende des Tages präsentiert. Begeistert schauen sie, wie die bunten Lichtstrahlen im Takt der Musik über die Wände des Klassenzimmers tanzen.

Zum Abschluss des Projekttages pflanzt die Grundschule Dahme einen Baum auf dem Schulgelände. Der Förderverein hat den Bergahorn von den Spenden des letzten Sponsorenlaufs finanziert. "Wir hatten die Idee, neben dem Sonnensegel auch einen natürlichen Schattenspender aufzustellen", sagt Vereinsvorsitzende Gisela Rackwitz.

Auch die Kinder beteiligen sich daran und bringen den Mitarbeitern der Elster-Werkstätten, die den Baum anpflanzen, Wasser zum Gießen. "Es ist das passende Ende für diesen gelungenen Tag", sagt Gisela Rackwitz.