Quelle: Märkische Allgemeine vom 08.09.2018

Stadt will Schulen zurück in eigene Trägerschaft

Im Amt Dahme gibt es Diskussionen über die Zuständigkeit für die Schulen. Die Stadt Dahme will die Trägerschaft selbst übernehmen – so wie es in der Gemeinde der Stand ist.

 

Zwei Schulen gibt es in der Stadt Dahme. Die Grundschule und die Otto-Unverdorben-Oberschule sind beide seit Jahren in Trägerschaft des Amtes Dahme. Das soll sich nun ändern.

Die Stadtverordneten diskutierten während ihrer Sitzung am Donnerstagabend, ob sie die Grundschule zurück in die Trägerschaft der Stadt holen. Möglich wäre dies, so erläuterte die zuständige Verwaltungsmitarbeiterin Michelle Schlombach, jedoch frühestens Anfang 2020. Zuvor müssten ihr zufolge alle vier amtsangehörigen Kommunen zustimmen, auch die Kommunalaufsicht sowie weitere Behörden und Gremien müssten grünes Licht für die Rückübertragung der Schulträgerschaft geben. Wie Amtsdirektor David Kaluza (parteilos) sagte, muss die Zustimmung einstimmig sein.


In der Stadtverordnetenversammlung entwickelte sich eine intensive Debatte zu dem Thema. Karsten Schmidt (Freie Wähler) hatte ein Problem damit, dass auch die Vertreter der Gemeinde Niederer Fläming im Amtsausschuss über die Zukunft der Dahmer Grundschule mit abstimmen. Sie sitzen seit Jahresbeginn in diesem Gremium, als die Gemeinde dem Amt beitrat. Sie hat selbst dabei die Trägerschaft für ihre Grundschule „Ludwig Achim von Arnim“ in Werbig behalten. Den Standort will sie zum „Campus der Generationen“ ausbauen.

Ich bin erbost darüber, dass sie mit über die Schulträgerschaft entscheiden dürfen und fühle mich durch den Amtsausschuss in seiner jetzigen Zusammensetzung nicht mehr vertreten“, sagte Schmidt, „Vertreter, die nicht aus der Stadt Dahme sind, entscheiden doch gegen notwendige Investitionen in unseren Schulen, um die Amtsumlage möglichst niedrig zu halten.“

Andre Weigt (Wählergruppe Dahmer Umland) widersprach ihm. „Wir bemühen uns im Amtsausschuss schon um die Grundschule“, sagt der Rosenthaler, „die Schülerinnen und Schüler kommen schließlich auch aus den Gemeinden unseres Amts.“

Karsten Schmidt würde nicht nur die Grundschule, sondern auch die Oberschule wieder in Trägerschaft der Stadt Dahme nehmen: „Das Stimmenverhältnis im Amtsausschuss stimmt einfach nicht mehr.“ Auch Iris Schulze (Wählergruppe LandLeben) ist dafür, die Schulträgerschaft für beide Schulen zu ändern: „Sie gehören einfach zur Stadt. Alles andere macht keinen Sinn.“

Bürgermeister Thomas Willweber (Freie Wähler) hat nichts dagegen: „Die Rückübertragung darf aber unseren Haushalt nicht negativ belasten.“ Ersten Schätzungen von Michelle Schlombach zufolge könnte sich ein Wechsel der Schulträgerschaft tatsächlich nicht negativ für die Stadt auswirken.

Die Verwaltung soll jetzt konkrete Zahlen für eine Rückübertragung beider Schulen in Dahme zusammentragen und den Stadtverordneten vorlegen. Das ist der einstimmige Wunsch dieses Gremiums.

Dass die Schulen überhaupt in Amts-Trägerschaft sind, habe mit der schlechten finanziellen Ausstattung der Stadt Dahme in den 1990er Jahren zu tun, erklärte Thomas Willweber auf Nachfrage von Sven Gloel (SPD). Im Amt tragen die Kommunen gemeinsam die Schulen.

Von Andreas Staindl