Retten macht Schule – in jedem von uns steckt ein Lebensretter“

 

In jedem Schuljahr bietet die Grundschule Dahme ihren Schülerinnen und Schülern einen großen Projekttag an. Dieses Mal stand ein ganz besonderes Thema aufgrund seiner ständigen Aktualität und Brisanz im Vordergrund:

 

Retten macht Schule – in jedem von uns steckt ein Lebensretter“

 

Passend zu diesem Motto konnten bereits viele Monate zuvor mehrere Organisationen, Ehrenamtliche und Helfer gewonnen werden, die diesen Tag Anfang Juni für alle unvergesslich werden ließen. Zusätzlich zu dem Kinderprojekt gab es außerdem einen Elterninfoabend, an dem Wissbegierige ihre Kenntnisse in Bezug auf Selbst- und Fremdrettung auffrischen und ihren Mut unter Beweis stellen konnten. Zu den Programmhöhepunkten an diesem Elternabend zählten nicht nur ein Impulsvortrag zum Thema „kindliche Notfälle“ durch den am ev. Krankenhaus Luckau angestellten Arzt Dr. Woitow, sondern auch ein Überschlagsmodell, ein Alkohol- und Drogenparcours, ein Feuerlöschtraining, die Reanimation und die Besichtigung eines Rettungswagens. Für das leibliche Wohl unserer Gäste sorgte erfolgreich unser Förderverein.

Ähnliche an den Elternabend angelehnte Stationen durften unsere Schülerinnen und Schüler schließlich am Folgetag erleben. Brisante Videos zur Brandschutzerziehung, eine Bastelstation, 2 Hüpfburgen, ein schwierig zu absolvierender Fahrradparcours, ein Überschlagsmodell, das Equipment eines Rettungswagens, ein Rauchdemohaus, die Reanimation, ein großer LKW, welcher auf die Gefahren eines „Toten Winkels“ aufmerksam machte, eine Telefonanlage, an der das Absetzen einen Notrufs trainiert werden konnte sowie die Besichtigung der Feuerwache in Dahme zählten zu den Höhepunkten des Tages.

Dass wir mit der Wahl dieser Thematik genau richtig lagen, bestätigten uns noch Tage danach zu beobachtende leuchtende Kinderaugen.

Möglich gewesen ist dies jedoch nur mit der Unterstützung vieler Helfer, die ihre Freizeit für uns geopfert haben, um nicht nur die Kinder glücklich zu machen, sondern auch um auf die Bedeutsamkeit des Ehrenamtes hinzuweisen.

Dafür sagen wir DANKE!!!! Ohne EUCH/SIE hätten wir es nicht geschafft.

 

Ein besonderes Dankeschön geht an:

 

  • die Verkehrswacht

  • die Verkehrssicherheit

  • das DRK/die Wasserwacht

  • den Rettungsdienst Dahme/TF

  • die Feuerwehr Dahme

  • den Kreisfeuerwehrverband

  • das ev. Krankenhaus Luckau in persona Herrn Dr. Woitow

  • die Baruther Urstromquellen

  • unseren Förderverein

  • Herrn A. Triller

  • viele helfende Eltern

  • das Team des ASB-Hortes

  • die Lehrerinnen und Lehrer der Grundschule Dahme/Mark

 

Danke für euer aller Zutun.

 

Lydia Lehmann

stellv. Schulleiterin GS Dahme/Mark

 

 

Retten macht Schule

 

 

 

Artikel aus der Lausitzer Rundschau vom 10.06.2018

 

Einrichtung in Dahme veranstaltet einen Projekttag zum Thema „Retten macht Schule“

Von Anja Brautschek

 

Blaulicht auf dem Schulhof der Grundschule in Dahme. Als die Sirene anspringt, schauen große Kinderaugen auf den Rettungswagen. Die kleine Paula verlässt das Fahrzeug mit einem Verband am Arm. Doch Schmerzen hat sie nicht. Vielmehr strahlt sie die beiden anwesenden Notfallsanitäter an. Denn beim Projekttag „Retten macht Schule – in jedem von uns steckt ein Lebensretter“ lernen die Grundschüler alles wichtige zum Thema Notfälle und Erste Hilfe.

Man kann damit nicht früh genug anfangen“, sagt Lydia Lehmann, stellvertretende Schulleiterin. Ob in der Schule, im Freibad oder unterwegs mit der Familie – Unfälle können jederzeit passieren. Das richtige Verhalten dabei muss gelernt sein. Auch im Unterricht werden die Themen in den verschiedenen Jahrgängen angesprochen. Mit dem Projekttag werden sie noch einmal intensiv geschult. Selbst Eltern haben sich am Abend zuvor zum Thema „Erste Hilfe bei Kindern“ weitergebildet. Notfallsanitäter, Feuerwehrmänner, sowie Experten des DRK, der Wasser- und Verkehrswacht geben auf dem Schulgelände einen vielfältigen Einblick in das Thema Lebensrettung.

Kichernd verlassen Schüler das Auto der Verkehrswacht. Gerade noch haben sie samt Fahrzeug auf dem Kopf gestanden. Was spielerisch aussieht, hat einen ernsten Hintergrund. Mit dem Überschlagssimulator lernen sie, wie sie im Notfall richtig Handeln. Denn wird der Gurt zu schnell gelöst, riskieren die Insassen zusätzlich Verletzungen an Kopf oder Wirbelsäule.

Aber auch die stabile Seitenlage, Herzdruck-Massage oder das Anlegen von Verbänden wird unter Anleitung der Experten selbst ausprobiert. „Ich habe jede Menge Neues gelernt. Das ist toll“, sagt Paula. Die Viertklässlerin hat ihren Blutdruck gemessen und darf die Trage des Rettungsdienstes austesten. „Am Anfang hatte ich Angst, ob mich alle halten können. Aber dann war es ein tolles Gefühl, das zu erleben“, sagt die Viertklässlerin.

Carsten Michligk, Notfallsanitäter des Rettungsdienstes Teltow-Fläming ist überrascht vom Wissen der Grundschüler. „Manch einer hat schon richtiges Fachwissen über Krankheiten und hat nach dem richtigen Umgang damit gefragt“, erzählt er. Doch besonders das Innenleben des Rettungswagen interessiert die Kinder. Warum gibt es dort einen Kühlschrank? Wie funktioniert das Blaulicht? Warum bekommen Patienten keine Tabletten, sondern nur Spritzen? Die Kinder sind erstaunt, wie jeder kleinste Stauraum effektiv genutzt wird. „Ich bin selbst schon einmal mit dem Rettungswagen gefahren. Deshalb ist es so interessant, sich jetzt noch einmal alles genau anzuschauen“, sagt Lea Sophie. Erstaunt ist sie auch über den toten Winkel. An einem Lkw können die Grundschüler ausprobieren, wo dieser sich genau befindet.

Nebenan, in der Feuerwehr-Wache der Stadt Dahme, werden die Themen Brandschutz und Brandvermeidung anschaulich erklärt. Aus einem Puppenhaus steigt dichter Rauch auf. Der Feuermelder piept unermüdlich. Die Mädchen und Jungen halten sich die Ohren zu. „Die Türen müssen zu bleiben. Vom Fenster aus schreien wir um Hilfe. Und bloß nicht die Tür zustellen. Sonst kommen die Retter ja nicht mehr rein“, sind sich die Grundschüler schnell einig. Auf dem Hof demonstrieren die Kameraden zudem, warum gerade Fettbrände so gefährlich sind. „Durch solche Projekte entwickeln die Kinder frühzeitig ein Gefühl für unsere Arbeit“, sagt Truppenführer Michael Balfanz. Bei den Einsätzen gehen Rettungsdienst und Feuerwehr oft an die Grenzen. „Gerade in der ländlichen Region kennt oft jeder jeden. Das geht nicht spurlos an einem vorbei“, erklärt er die Belastungen.

Und dennoch werde auch im Rettungswesen Nachwuchs dringend gebraucht. „Gerade das Ausprobieren und Erleben baut Ängste ab. das ist wichtig im Ernstfall – weckt aber vielleicht auch das Interesse für das Berufsfeld“, stimmt Notfallsanitäter Christian Schäfer zu.